Häufig gestellte Fragen

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Was ist eine Psychotherapie?
Psychotherapie ist die professionelle Heilbehandlung von Erkrankungen mit psychologischen Mitteln. Häufigste psychische Erkrankungen sind Depressionen, Angststörungen, Essstörungen und psychosomatische Erkrankungen – beispielsweise Schmerzzustände, bei denen keine medizinische Ursache gefunden werden kann. Psychotherapie ist die Behandlung von psychischen und psychosomatischen Störungen mit Krankheitswert. Psychotherapeutische Maßnahmen können aber auch flankierend zu einer medizinischen Behandlung bei Schmerzzuständen und bei Patienten mit belastenden oder chronischen körperlichen Erkrankungen eingesetzt werden.
Voraussetzung ist ein Störungsbild mit Krankheitswert, das anhand von Symptomen diagnostiziert wird – beispielsweise anhand von vorliegenden Ängsten, Niedergeschlagenheit, schweren Schlafstörungen oder Schmerzen. 

Was wird als psychische Erkrankung bezeichnet?
In der westlichen Kultur der Ärzte und der Therapeuten werden Krankheiten oft in zwei große Gruppen unterteilt – in körperliche und in psychische Störungen. Psychische Störungsbilder verändern das Erleben und das Verhalten eines Menschen in der Regel so stark, dass dadurch seine berufliche, private und/oder soziale Fähigkeit beeinträchtigt wird. Allerdings ist diese strikte Einteilung oft auch problematisch – denn psychische Leiden können auch mit körperlichen Störungen einhergehen („das Herz klopft bis zum Hals vor Angst“, „die Sorgen liegen wie ein Kloß im Magen“), und andauernde körperliche Krankheiten wirken sich natürlich auch auf die Stimmung aus. Viele Ärzte und Psychotherapeuten stellen daher sehr viele, genaue Fragen und sind über möglichst detaillierte Antworten  dankbar, um die richtige Diagnose stellen zu können. Psychische Störungen oder Krankheiten können durch akute oder andauernde Belastungen verursacht werden oder sind auf biologische Faktoren (Erbanlagen) zurück zu führen. Meistens greifen diese Faktoren ursächlich ineinander.

Wie werden psychische Krankheiten in Deutschland behandelt?
Psychische Krankheiten werden mit Hilfe von Medikamenten, von Psychotherapie sowie verschiedenen begleitenden Therapieformen (z.B. Beschäftigungs-, Kunst-, Körper- und Musiktherapie) behandelt. Die sozialtherapeutische Hilfe und die Unterstützung durch das soziale Umfeld  – beispielsweise durch die Familie – spielt bei der Behandlung von psychischen Krankheiten eine wichtige Rolle. In westlichen Kulturen der Ärzte und Therapeuten wird der eigenen Aktivität bei Behandlung und Bewältigung von psychischen Erkrankungen eine sehr große Bedeutung beigemessen (beispielsweise auf seine Ernährung zu achten, um eine Diabeteserkrankung zu lindern, oder auf Kaffee nach 19 Uhr zu verzichten, um besser schlafen zu können).
Je nach Schwere der Erkrankung gibt es die Möglichkeit der ambulanten oder der stationären psychotherapeutischen Behandlung. Wichtig ist, dass Sie möglichst ausführlich untersucht werden, damit eine für Sie passende Behandlung empfohlen werden kann.

Was ist die Transkulturelle Psychiatrie/Psychotherapie?
Kultur meint die Prägung durch die eigene soziale Gruppe – beispielsweise könnte eine junge Frau aus einem Dorf in Österreich eine andere „Kultur“ mitbringen, als ein älterer Mann aus Istanbul/Türkei. Oft werden auch die Begriffe „interkulturelle Psychotherapie“ oder „cross cultural psychiatry“ etc. benutzt. Neben vielen unterschiedlichen Nuancen beschäftigen sich diese Disziplinen in erster Linie mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden psychischer Erkrankungen in verschiedenen Kulturen. Wie kann eine gute Behandlung gelingen, wenn sich Patientin und BehandlerIn fremd sind? Wie können solche Fremdheitsgefühle überwunden werden?
Transkulturelle Psychiatrie/Psychotherapie ist an den spezifischen Bedürfnissen von Patienten ausgerichtet, die Zuwanderungserfahrungen mitbringen – und an den Bedürfnissen der Kliniker, die eine möglichst gute Behandlung für alle Patienten leisten möchten. Dazu gehören beispielsweise die Berücksichtigung kulturell geprägter Vorstellungen von Erkrankung, die Reflektion eigener Vorurteile, die Kenntnisse über den Einsatz von DolmetscherInnen etc..

Wer sind Psychotherapeuten?
In der fachpsychotherapeutischen Versorgung in Deutschland sind 3 Berufsgruppen tätig:
Ärzte als arztliche Psychotherapeuten,
Diplom-Psychologen als Psychologische Psychotherapeuten
und Kinder- und Jugendpsychotherapeuten.

Ärztliche Psychotherapeuten sind Ärzte, die nach einem Medzinstudium eine spezielle Weiterbildung absolviert haben: Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, und andere Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Psychotherapie. Grundsätzlich können Ärzte mit Krankenkassen abrechnen, manchmal nimmt eine Praxis nur Privatpatienten an.

Psychologische Psychotherapeuten sind Psychologen, die sich nach einem abgeschlossenen Studium als Diplom-Psychologe über fünf Jahre auf dem Gebiet der Psychotherapie weiterbilden. In Deutschland ist der Psychologische Psychotherapeut eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung, die zur Ausübung der Heilkunde berechtigt. Grundsätzlich können Psychologische Psychotherapeuten ebenso wie Ärzte mit Krankenkassen abrechnen, manchmal nimmt aber eine Praxis nur Privatpatienten an.

Kinder- und Jugendpsychotherapeuten können unterschiedliche Grundberufe mitbringen – häufig haben sie Psychologie oder Pädagogik studiert. Ähnlich wie die psychologischen Psychotherapeuten absolvieren sie eine mehrjährige Ausbildung nach Abschluß des Studiums. Auch bei ihnen gibt es die Möglichkeit, mit Krankenkassen abzurechnen. 

Wie finde ich einen geeigneten Klinikplatz für mich?
Patienten mit Migrationshintergrund benötigen oft in der Behandlung eine kultursensible Herangehensweise. Wenn sie das Gefühl haben aufgrund ihres kulturellen Hintergrundes eine daran angepasste psychotherapeutische Behandlung zu benötigen, sind sie in den Kliniken, die über ein multikulturelles, kultursensibles und kulturkompetentes Team verfügen, richtig. Inzwischen werben eine Reihe von Kliniken mit speziellen Angeboten für Migranten. Diese Kliniken haben in der Regel Therapeuten, die sich in der Transkulturellen Psychiatrie und Psychotherapie fortgebildet haben und bieten entweder muttersprachliche Therapien oder führen die Therapien unter Hinzuziehung von qualifizierten Dolmetschern durch.


Wie finde ich einen geeigneten ambulanten Psychotherapieplatz für mich?

Nach wissenschaftlichen Studien können die meisten Patienten bereits nach wenigen  Probesitzungen gut beurteilen, ob sie mit ihrem Therapeuten zurechtkommen – eine gegenseitige Sympathie und gegenseitiger Respekt sollte vorhanden sein, und das Gefühl, dem Therapeuten vertrauen zu können. Deshalb empfiehlt es sich zunächst, einen Termin für eine probatorische Sitzung („Probesitzung“) zu vereinbaren. Die Kosten für diesen Termin übernimmt die Krankenkasse, wenn der Therapeut eine Kassenzulassung hat.
Wenn Sie gesetzlich versichert sind, können Sie pro Therapeut bis zu 5 Probesitzungen in Anspruch nehmen. Die Regelungen für privatversicherte Patienten sind bei den Privatversicherungen sehr unterschiedlich und es empfiehlt sich, vor der Behandlung nachzufragen oder im Vertrag nachzusehen, welche Vereinbarung bezüglich einer Kostenübernahme für eine psychotherapeutische Behandlung abgeschlossen wurde.
Wenn Sie das Gefühl haben, aufgrund Ihres kulturellen Hintergrundes eine daran angepasste psychotherapeutische Behandlung zu benötigen, sind Sie bei denjenigen Psychotherapeuten richtig, die sich im Bereich der transkulturellen Psychotherapie fortgebildet haben.
Leider ist es in der Regel so, dass in vielen Regionen in den deutschsprachigen Ländern Wartezeiten bestehen (in Düsseldorf oft mehrere Monate). Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie das nicht solange aushalten können, wenden Sie sich bis zur Aufnahme einer ambulanten Therapie bei schweren Problemen an eine nahe gelegene Tagesklinik oder an eine Beratungsstelle.

Welche Möglichkeiten haben Sie, wenn sie keinen freien Behandlungsplatz bekommen?

Lange Wartezeiten bei Psychotherapeuten sind leider üblich, es gibt einfach im Verhältnis zu dem Bedarf nicht genügend Praxen. Oft lohnt es sich, direkt bei mehreren Therapeuten gleichzeitig nach zu fragen. Führen Sie möglichst ein Protokoll bei ihrer Suche nach einem freiem Platz und halten Sie fest, wie lang die Wartezeiten bei den kontaktierten Psychotherapeuten sind. Diese können sie dann bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse einreichen und können dann die Kostenübernahme für einen nicht zugelassenen Psychotherapeuten beantragen. Der Paragraph §13.3 Sozialgesetzbuch gibt folgende Regelung vor: „könnte die Krankenkasse eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen oder hat sie eine Leistung zu unrecht abgelehnt und sind dadurch für die Versicherten selbstbeschaffte Leistungskosten entstanden, sind diese von der Krankenkasse in der entstandenen Höhe zu erstatten, soweit die Leistung notwendig war“.